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Rollentraining – ja oder nein?

Brauche ich einen Rollentrainer? Diese Frage geisterte lange in meinem Kopf herum, denn die Anschaffung eines Indoortrainers ist nicht günstig und sollte gut überlegt sein. Bevor ich also auf den kickr core zu sprechen komme, möchte ich meine Gedanken zum Thema „Training zu Hause, aber bloß nicht auf einem Hometrainer“ schildern.

Warum kein Hometrainer?

Wer sich noch nicht eingehend mit der Thematik „Rollentraining“ auseinandergesetzt hat, wird sich wohl tatsächlich fragen: „Wieso setzt der sich denn nicht einfach auf einen Hometrainer? Da gibt es ja auch Programme und so!“. Ja, die gibt es, und die funktionieren auch. Aber es fühlt sich nicht wirklich an wie Fahrradfahren. Und das soll es bei mir auf jeden Fall, denn das ist einer der Vorteile beim Rollentraining: Ich kann auf meinem eigenen Rennrad oder bei manchen Geräten sogar Mountainbike sitzen und trainieren. Es fühlt sich einfach besser an als auf einem gepolsterten, dicken Sattel oder in Pedalen mit Gummihaken, zudem ist die Sitzposition nicht wirklich fahrradähnlich.

Aber ein Punkt ist besonders wichtig für mich: Ich fahre nicht stupide auf der Stelle (ok, das mache ich „real“ natürlich schon), sondern nutze das Programm Zwift, um mich in der virtuellen Radwelt austoben zu können. Hierzu später mehr, also wie Zwift funktioniert, was es kann und was ich damit mache. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass ich den Trainer flott zusammengebaut und verstaut habe, was bei einem sperrigen (und meist unschönen) Hometrainer natürlich meistens nicht geht, zumindest bei den hochwertigen Geräten (und da wären wir dann auch wieder bei Kosten, bei denen ein Rollentrainer wieder sinnvoller ist).

Fahren eines Workouts bei Zwift in Watopia
Austoben in Watopia

Für wen eigenen sich Rollentrainer?

Rollentrainer – besonders die hochpreisigen – lohnen sich natürlich nicht für jeden, der zu Hause an seiner Fitness arbeiten möchte. Ihr wollt ein, zweimal die Woche ein wenig Bewegung in Euer Leben bringen und dafür nicht ins Fitnessstudio gehen? Dabei liegt der Fokus auf allgemeiner Fitness, Abnehmen oder generell der Steigerung des Wohlbefindens? Dann ist der Hometrainer wohl doch die bessere Wahl, denn vermutlich habt Ihr dann auch kein Fahrrad als Sportgerät im Keller oder der Garage stehen und auch nicht vor, dies zu ändern. Ein Citybike oder Trekkingrad ist hier nämlich nicht die richtige Wahl, um einen Rollentrainer zu nutzen. Bleibt dann lieber beim Hometrainer, dies sollte hierfür ausreichen.

Wer braucht dann Rollentrainer?

Rollentrainer sind für alle Radsportler geeignet, die nicht nur ein wenig die Fitness steigern möchten, sondern sportliche Ziele verfolgen. Ich zum Beispiel möchte für die 24 Stunden in Duisburg im August 2019 richtig fit werden und dabei nicht nur den Fokus auf Ausdauer legen, sondern auch meine Kraft für die Anstiege erhöhen und meine Laktatschwelle verbessern. Dies ist vor allem in der dunklen Jahreszeit mit meinen wenigen Stunden Trainingszeit, die ich zur Verfügung habe, nicht ausschließlich mit Training auf der Straße oder im Wald möglich.

Daher ist der Rollentrainer für mich genau der richtige Kompromiss, um zumindest das Intervalltraining morgens in der Früh zu absolvieren und abends Zeit mit meiner Familie zu haben – lange Touren mache ich weiterhin lieber draußen, aber auch auf Zwift kommt das bei Sauwetter oder wenn ich nur abends dazu komme schon mal vor (sobald es abends wieder länger hell bleibt, ändert sich das dann wieder). Also – einen Rollentrainer brauchen Sportler wie ich, die Ziele vor Augen haben, aber zu wenig Zeit oder fehlenden Anstiegen vor der Tür, um sie alleine mit Fahrten auf der Straße oder im Wald erreichen zu können.

Und wie hab ich mich entschieden?

Im August habe ich mich für ein Rollentraining im Winter entschieden und mich schon einmal eingedeckt. Die Wahl fiel auf einen normalen smarten Rollentrainer, also einen Wheel-On-Trainer, und zwar den Bushido Smart von Tacx. Hier wird das gesamte Rad eingespannt und das Hinterrad treibt eine Rolle an. Durch Bluetooth oder ANT+ wird der Trainer mit der gewünschten App – in meinem Fall eben Zwift – gekoppelt und das Training kann beginnen. Der Nachteil bei einem solchen Trainer ist, dass er ungenauer arbeitet als ein Rollentrainer mit Direktantrieb und auch lauter ist. Zudem sollte ein Rollenreifen genutzt werden, da der Abrieb des Reifens schon enorm ist. Der Trainer war an sich schon in Ordnung, aber ich merkte schnell: der wahre Jakob ist das noch nicht.

So nutzte ich im November die Möglichkeit, relativ günstig einen Trainer mit Direktantrieb zu schießen, der zu der Zeit Großteils ausverkauft war: der Wahoo Kickr Core. Da ich bereits gute Erfahrungen mit Wahoo-Produkten gemacht habe und die Erfahrungsberichte positiv waren, hab ich zugeschlagen und den Kauf bislang nicht bereut – derzeit sitze ich 3 bis 4 mal pro Woche auf dem Hobel und arbeite mich durch eine schönes Workoutprogramm von Zwift, um meinen funktionalen Schwellenwert (FTP genannt) zu verbessern. Bisher mit Erfolg, würde ich sagen.

Das Rollentrainingssetup

Was brauche ich für das Training?

Das ist leicht und kurz zu beantworten:

  • einen Rollentrainer (ich nutze den Wahoo Kickr Core)
  • idealerweise ein Trainingsprogramm (ich nutze Zwift)
  • ein passendes, sportliches Rad (ich nutze derzeit mein Cannondale)
  • einen Ventilator, denn ohne den Fahrtwind schwitzt man wie ein Berserker
  • ein bis zwei Handtücher, je nach Fahrtlänge
  • ein bis zwei Flaschen Wasser oder was Ihr so beim Sport trinkt
  • eine Matte gegen die Geräusche, als Bodenschutz und Schweißauffänger; ich nutze eine Rollentrainermatte von Tacx, vorher hatte ich eine normale Yogamatte untergelegt

Dazu nutze ich noch einen Schweißfänger von Tacx, um den Rahmen nicht zu verschwitzen, sowie eine Vorderradstütze von Elite- dadurch steht das Vorderrad deutlich stabiler. Wichtig ist für mich auch der iPad-Halter von Tacx am Lenker, so dass ich mir diese teuren Schreibtische fürs Rollentraining spare (ja, die gibt es) und somit immer Zugriff auf die Zwift-App habe.

Dies ist kurz und knackig alles, was ich zum Rollentraining allgemein sagen möchte – vertiefen werde ich dies noch bei meinen Vorstellungen meines Rollentrainers sowie von Zwift. Ein paar Eindrücke von meinem Rollentraining findet Ihr bis dahin in meinen Trainingslogbüchern. Bis dahin kann ich die oben gestellt Frage getrost mit „ja“ beantworten.

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