Slider

Software, Apps und Co

Outdoorsport ohne Handyapps, Auswertungssoftware oder Routingprogramme ist heute kaum noch vorstellbar. Klar, das geht alles auch heute noch, aber auf manche der Helferprogramme möchte man inzwischen einfach nicht mehr verzichten. Ich zumindest – und welche ich am liebsten nutze, stelle ich hier mal vor.

Planung und Community: komoot

komoot ist für meine Tourenplanung inzwischen unerlässlich. Ich erstelle hier vor allem meine Rennradtouren und Mountainbikerunden außerhalb meiner Hometrails, auch um auf die vielen enthaltenen Erfahrungen der anderen Nutzer zurückgreifen zu können. Diese sind nämlich einer der Kernkompetenzen von komoot – wer seine Tour hochgeladen hat, kann sie in der App oder am Computer noch mit Tipps, Highlights und Fotos garnieren. Dies hilft allen anderen, die sich eine Tour zusammenstellen und beispielsweise für eine Mountainbiketour in unbekanntem Gebiet viele flowige Trails einbauen möchten. Hier hilft übrigens auch, dass sehr viele Wege für Mountainbiker nach der Singletrailskala bewertet werden und man dadurch schon ahnen kann, wie technisch oder verblockt die Trails sein werden. Dadurch haben wir übrigens in unserem „Homeground“ weitere Trails gefunden, die wir bis dato noch nicht kannten und in unsere Hausrunden aufgenommen haben – im Gegenzug haben wir auch Trails und Highlights entdeckt, die nun andere Biker in komoot nutzen können.

Trailinfos und Highlights in der Ville

Doch nicht nur für die Planung nutze ich komoot, sondern auch für die Navigation während der Tour. Bis zum Herbst 2018 habe ich dies mit meinem Handy gemacht und dabei eines der Vorteile von komoot genutzt: die Sprachnavigation, so dass ich den Bildschirm zum Akkusparen ausschalten konnte; da ich aber immer gerne einen Blick auf meine Leistungsdaten während der Tour werfe, musste noch eine Tasche für die Powerbar her etc. … Seit ich aber den Wahoo Elemnt Bolt nutze, kann ich das Handy getrost im Trikot lassen, denn die auf komoot geplanten Touren lassen sich ganz einfach und ohne ihn an den PC anschließen zu lassen auf den Bolt laden, so dass die komoot-Navigation (dann aber natürlich ohne Sprachnavigation) über den Bolt läuft. Das ist klasse!

Für die Auswertung meiner Touren nutze ich komoot dann nicht mehr – die Highlightbewertung oder -einstellung mache ich aber dennoch, da auch ich von solchen Infos profitiere. Für die Auswertung ist komoot aber auch gar nicht gedacht, es ist eher ein Planungs- und Contenttool, für die Auswertung seiner Leistung gibt es andere Programme, die ich noch vorstelle. komoot ist grundsätzlich frei, um sich aber überall navigieren lassen zu können, sind einmalig 29,99 Euro zu zahlen – dafür hat man aber alles, was man braucht; für mich hat sich die Investition gelohnt, so bei Touren in Südtirol, den Niederlanden, im Sauerland oder in der Eifel, wo ich ohne vernünftige Navigation teilweise Probleme gehabt hätte.

Auswertung und Challenge: Strava

Bei Strava scheiden sich die Geister; macht es das Radfahren gefährlicher, weil man sich die Bestzeiten in Segmenten holen will und dabei Grenzen überschreitet? Ich persönlich sehe das nicht so, sondern nutze es eher, um meine Leistungen zu vergleichen und meine Trainingseinheiten und Touren nachzuhalten. Dafür ist Strava Gold wert für mich – jede Tour, ob auf dem Rennrad, Mountainbike oder auf der Rolle, wird hier festgehalten und es stehen dafür auch in einem kleinen Rahmen Analysewerkzeuge zur Verfügung:

So kann ich, wie im ersten Screenshot zu sehen ist, meine Fahrten analysieren – die Strecke, Höhenmeter, demnächst bei Rennradfahrten mit dem Wattmesser meine Wattzahlen (dafür nutze ich aber dann ein gesondertes Programm), die Trittfrequenz und natürlich meine Leistung in den Segmenten (die ich mir während der Fahrt auch auf dem Bolt ansehen kann, wenn ich dies aktiviert habe – so kann ich während des Segmentes schon sehen, ob ich einem neuen persönlichen Rekord auf der Spur bin oder ob es diesmal nicht reichen wird). Ich schaue wirklich nach jeder Fahrt oder jeder Trainingseinheit auf der Rolle – denn Strava ist sowohl mit meinem Bolt als auch mit der Rollensoftware Zwift verbunden – nach, wie meine Tour und meine Leistung war. Und natürlich, wie ich bei den Segmenten abgeschnitten habe, ob ich mich verbessert habe und so weiter. Bei Fahrten auf der Rolle kann ich hier auch meine Wattwerte checken, da die Rolle, auf der ich fahre, einen Wattmesser hat; dies wird auch in Kürze bei meinem neuen Rennrad der Fall sein, dazu gleich mehr.

Seitdem ich mit einem Herzfrequenzmesser trainiere – dies gehört zum Wahoo-Paket dazu – kann ich auch meine Fitness, Form und Ermüdung über Strava nachhalten, dies ist im zweiten Screenshot sichtbar. Dieser ist recht aktuell und man sieht, dass meine Fitness durch das Training in diesem Jahr schon gut gestiegen ist, ich aber ein paar ruhigere Einheiten einstreuen muss, um die Ermüdung ein wenig zu reduzieren. Diese Graphen sind ein guter Anhaltspunkt, um seine Trainingsreize zu regulieren und zu überprüfen.

Auch bei Strava sind die Grundfunktionen kostenfrei, wer aber wie ich mehr aus dem Programm herausholen möchte, kann verschiedene Pakete buchen, die recht erschwinglich sind. Ansonsten fehlen u. a. Bestandteile wie die Trainingsauswertung, auf die ich großen Wert lege.

Rollentraining mit Spaß: Zwift

Naja, Spaß ist Ansichtssache – aber wenn ich mir meine früheren Fahrten auf einem Hometrainer vorstelle, gelangweilt und nicht wirklich fahrradfreundlich sitzend, da ist Zwift schon etwas ganz anderes. Denn ich kann mein Fahrrad in die Rolle spannen und mir über Zwift frei in einer der Welten (London, New York, Richmond, Innsbruck und Watopia) fahren – Watopia ist immer offen, die anderen Strecken variieren) fahren oder ein wattbasiertes Training absolvieren. Dies mache ich meistens, stelle dafür das Programm in den ERG-Modus und werde vom Workout gesteuert; das heißt, ich muss nicht schalten, sondern das Programm gibt die Wattzahlen vor und ich muss nur treten – fahre ich mit einer höheren Frequenz, dann steigt also der Widerstand an, ich trete aber immer die vorgegebene Wattzahl. So trainiere ich immer effektiv und genau. So sieht dies dann aus:

Links sieht man das laufende Programm, also wie lange ich welche Wattzahl treten muss und zentral auf dem Bildschirm (bei mir ist es das iPad) sieht man, was ich derzeit trete, dabei sind auch teilweise die Trittfrequenzen vorgegeben. Am Ende meines Workouts bekomme ich dann eine Auswertung:

Bei Zwift gibt es auch die Möglichkeit, Rennen zu fahren, an Gruppenausfahrten teilzunehmen, seine FTP-Tests zu absolvieren und dergleichen. Das Programm kann richtig viel, aber ehrlich gesagt: So sehr ich davon profitiere, das Gefühl der Fahrten auf der Straße oder im Wald kann es natürlich nicht erzeugen. Dafür hilft es über die kalten und nassen Zeiten ungemein, die Fitness zu halten und im Frühjahr die Saison vorzubereiten. Hierfür zahle ich pro Monat 15 Euro, kann aber monatlich kündigen und werden zwischen April und Oktober wohl nicht zahlen – da fahre ich draußen, auch weil ich am Rennrad dann ja den Wattmesser habe.

Wer weitere Informationen über Zwift sucht – die Jungs von Speedville haben eine tolle Übersicht erstellt und auch ein erschwingliches Werk für alle Zwift-Einsteiger erstellt, welches ich absolut empfehlen kann!

Analysetools – welches wird es?

Noch nutze ich kein besonderes Analysetool für meine Wattleistung – denn dafür benötige ich erstmal das Rose X-Lite mit dem Rotor-Wattmesser. Da dies aber nächste Woche der Fall sein wird, beschäftige ich mich bereits mit möglichen Tools. Rotor hat sein eigenes Tool, um seine Wattleistung zu analysieren, ebenso könnte es Golden Cheetah werden, ein freies Tool. Dies habe ich bereits installiert und probiere beide parallel aus und schaue, welches mir mehr taugt.

Ich kann mit diesen Tools nicht nur sehen, welche Wattleistung ich getreten habe, sondern unter anderem auch, wie die Kraftverteilung zwischen den beiden Beinen war, ob ich mehr ziehe oder drücke und und und. Es dauert also etwas, bis man alle Werte, die man bekommt, einordnen kann und richtig versteht und vor alle, die passenden Schlüsse daraus zieht. Hier habe ich schon einmal durch die Lektüre des Buches „Wattmessung im Radsport und Triathlon“ von Allen Hunter und Andrew Coggan Vorabinformationen herausgezogen, dem Standardwerk für wattbasiertes Training. Ich kann es nur empfehlen!

Mal sehen, was mir die Programme alles auswerfen, was ich damit mache und wie ich mein Training dadurch noch weiter verbessern kann. Vermutlich wird mir Gegenwind künftig egal sein, da ich dann beim Fahren nur noch auf meine Wattwerte – die mein Bolt natürlich live anzeigt – schaue. Ich bin selbst gespannt – wer Tipps für diese Tools hat, immer her damit!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s